Klaus Dethloff (24. April 1938 – 15. März 2017) war ein Philosoph, der seit 1976 am Institut für Philosophie der Universität Wien tätig war. Geboren im schlesischen Langenbielau, kam er nach der Flucht seiner Familie 1945 nach Westdeutschland. Nach einem begonnenen Medizinstudium in Frankfurt am Main wechselte er zu Klassischer Philologie, Judaistik und Philosophie und setzte sein Studium ab 1963 in Wien fort. 1976 promovierte er mit einer Arbeit über Maimonides in Judaistik und Orientalistik. In Forschung und Lehre befasste er sich insbesondere mit jüdischer Philosophie, mittelalterlichem Denken und Logik und trug zur stärkeren Rezeption der analytischen Philosophie in Wien bei; zudem war er Mitbegründer der Gödel-Gesellschaft.
Auch nach seiner Pensionierung blieb Dethloff wissenschaftlich aktiv, unter anderem als Lehrender in Wien und als Gastprofessor in Cluj. Seine Arbeiten behandeln Themen der jüdischen Philosophie, der mitteleuropäischen Ideengeschichte sowie Fragen politischer und kultureller Identität.
Er starb am 15. März 2017 in Wien. In seinem Testament vermachte er 284 Bücher aus seiner persönlichen Bibliothek dem Österreichischen Jüdischen Museum in Eisenstadt.