Leopold (Lipót) Kerpel (1818-1880) wuchs in dem jüdischen Viertel Unterberg-Eisenstadt auf und lebte in Eisenstadt bis 1830. Kerpel studierte in Wien, wo er 1845 das erste Mal bei einer Ausstellung der Akademie eigene Werke präsentierte. 1849 reiste Leopold Kerpel über Deutschland nach Russland, wo er mit seinen Bildern große Erfolge feierte. Bereits auf der Hinreise verkaufte er Werke in Prag an die ehemalige Kaiserin und in Teplitz an Herzog Clary. In Dresden und Berlin erhielt er Zugang zu Kreisen der höchsten Gesellschaft; der sächsische und der preußische König (vermittelt durch Alexander von Humboldt) kauften bzw. bestellten Gemälde von ihm. Anschließend bereiste er Russland und Finnland. Kerpel ließ sich schließlich dauerhaft in Wien nieder, wo er am 16. April 1880 im Alter von 61 Jahren verstarb. Zu seinem Werk gehören auch Lithografien von Bad Pistyan. Seine Bilder sind heute unter anderem in Privatbesitz im Museum von Ödenburg (Sopron), sowie im Burgenländischen Landesmuseum zu sehen.
Quellen:
Klampfer, Josef. Das Eisenstädter Ghetto. 1965. S. 89.
Wachstein I. S. 249–250, Dr. André Csatkai: Ödenburger Zeitung v. 20. 4. 1920