Im Rahmen der 1994 eröffneten Dauerausstellung des Österreichischen Jüdischen Museums wurden 755 sogenannte Jahrzeittafeln auf einer sieben Meter hohen Stahlgitterinstallation präsentiert. Diese Tafeln wurden zuvor zufällig auf dem Dachboden des Wertheimerhauses entdeckt, in dem sich heute das Museum befindet. Sie stammen überwiegend aus Eisenstadt und den ehemaligen Gemeinden der Israelitischen Kultusgemeinde Eisenstadt und wurden zwischen dem 18. Jahrhundert und 1938 in Synagogen zur Erinnerung an Verstorbene aufgehängt. Die Jahrzeittafeln sind bedeutende Zeugnisse jüdischer Alltags- und Erinnerungskultur. Sie dokumentieren die Namen und Daten Verstorbener und reichen teilweise bis ins Jahr 1736 zurück. Neben vielen heute kaum bekannten Gemeindemitgliedern finden sich auch Hinweise auf bedeutende rabbinische Persönlichkeiten der Region. Für die historische Forschung stellen sie oft die einzigen überlieferten Quellen zur Biografie einzelner jüdischer Familien dar und ergänzen in vielen Fällen auch Angaben von Grabsteinen der jüdischen Friedhöfe in Eisenstadt.